Seit jeher ist eines meiner Lieblingsessen ‘Spinat mit Ei’, das es immer bei meinem Vater gab. Vermutlich eher aus einer Verlegenheit heraus entstanden, nichts anderes kochen zu können, gab es bei jedem Besuch Spinat mit Ei. Das Gericht ist so einfach und lecker, dass ich es auch selbst häufig koche.
Spinat kannte ich bislang aber eigentlich nur mit Blub und aus der Tiefkühltruhe. Wie man den richtig frisch zubereitet, war mir ein Rätsel. Nach mehr als 5 Monaten Indien war mein Appetit auf Spinat mit Ei aber so groß, dass ich es einfach ausprobieren musste: irgendwie muss es ja schließlich möglich sein, Spinat auch frisch aus den Blättern zu kochen. Spontan habe ich mir bei einem Rundgang über den Gemüsemarkt darum eine große Tüte Spinat gekauft. Frisch vom Feld, noch mit Wurzeln und Erde. Vorsorglich habe ich drei Bünde gekauft, ich habe ja keine Ahnung, wie viel Spinat man daraus gewinnen kann.
Abends ging es dann los: zuerst den Spinat putzen – das heißt die Wurzeln und die dickeren Stiele entfernen, eigentlich sind nur die Blätter nützlich. Plötzlich ist aus dem vormals riesigen grünen Berg nur noch knapp die Hälfte übrig geblieben.
Anschließend das Unkraut ordentlich waschen, es ist sehr unangenehm, wenn man später beim Essen noch Sandkörner zwischen den Zähnen findet. Unser großer Topf war dann gut gefüllt mit dem losen Blattwerk.
Der Spinat wird dann nur kurz gekocht, oder blanchiert. Dazu habe ich den Spinat für etwa 3 Minuten in kochendes Wasser geworfen. Ich habe gelesen, dass man ihn nicht zu lang kochen soll, um die Vitamine und Nährstoffe zu erhalten.
Nach dem Blanchieren sieht die Menge schon ganz anders aus. Nun wird es spannend: am Besten den Spinat mit kaltem Wasser etwas abkühlen. Und anschließend ordentlich auspressen. Ich habe aus meinem kleinen Häufchen noch etwa einen viertel Liter Wasser gepresst. Am Besten geht es wirklich per Hand, bis der Spinat recht fest ist.
Nach dem Auswringen ist von der einstigen Pracht nur noch ein etwa brötchengroßer Klumpen übrig geblieben. Wie eine dicke Spinatbulette. Der nächste Schritt ist Geschmackssache: ich mag den Spinat eher klein gehäckselt. In Ermangelung eines Pürierstabes oder Mixers habe ich den Klops mit einem Messer grob zerkleinert. Man kann aber sicherlich auch den Spinat so essen, wie er ist. Aber die Blätter sind teilweise schon recht groß. Anschließend ist der Spinat etwa in dem Zustand, wie er auch aufgetaut aus der Tiefkühltruhe käme.
Nun schmeckt der Spinat noch nach nichts. Darum: Zwiebeln anbraten, den Spinat dazugeben (idealerweise alles in einem Topf, aber ich hatte keinen mehr), Salz, Pfeffer und falls zur Hand Muskat, dazugeben. Mit Sahne (reichlich!
) verfeinern und nach eigenem Geschmack würzen. Manchmal hilft auch eine Prise Zucker.
Nebenbei noch flink ein paar Kartoffeln kochen und zwei Spiegeleier braten. Am Ende alles auf einen Teller werfen und schwupp ist ein wunderbares Essen fertig.
Guten Appetit